Wer kontrolliert die Laiengremien?



Ist es notwendig, dass das ZdK eigene Stellungnahmen veröffentlicht, wenn die Bischöfe bereits Stellung genommen haben? Da wird Größe, Eigenmächtigkeit und Unabhängigkeit demonstriert. Worauf gegründet? Wenn es sich so selbständig wähnt und unabhängig sein will, soll es sich doch selbst um Mitglieder bemühen, selbst finanzieren und selbst demokratisch organisieren. Es fordert doch immer mehr Demokratie in der Kirche. Beim Katholikentag in Hamburg wurden „die kath. Laien zu einer Erneuerung der politischen Kultur und einer stärkeren Bürgerbeteiligung in der Demokratie aufgerufen.“ ZdK-Präsident Meyer stellte fest: Eine funktionierende Kontrolle sei wichtig. „Fehlverhalten Einzelner komme vor allem dort zur Geltung, wo Macht nicht entsprechend kontrolliert worden sei.“ (Kolpingblatt Juli/August 2000).

Er hat recht! Wer kontrolliert das ZdK? FAZ-Redakteur Patrick Bahners schreibt:

Das ZdK sieht seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft, möchte aber die Kirche Regeln unterwerfen, nach denen sich keine andere gesellschaftliche Organisation richten könnte. Wenn eine Frage der praktischen Ethik leidenschaftlich erörtert wird und schließlich durch die zuständige Stelle nach dem korrekten Verfahren entschieden ist, dann muß man erwarten, dass die Unterlegenen sich im Handeln fügen, auch wenn sie mit Kants Aufklärungsschrift akademisch und publizistisch ihre Meinung im Gespräch halten mögen. So funktionieren, ohne die besonderen Gründe zum Gehorsam in der Kirche, eine Gewerkschaft, ein Wirtschaftsverband und auch eine Partei“ (FAZ 09.09.06).

Bei keiner anderen Institution, Partei oder Gewerkschaft ist es vorstellbar, dass sie Leute oder Unterorganisationen unterstützen und gewähren lassen, die sich bewusst und vorsätzlich außerhalb ihrer Satzungen, Statuten, ihres Selbstverständnisses stellen, ja im gegensätzlichen Sinn agieren. Diese Leute müssten mit ihrem Ausschluss rechnen.

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