Die Laienkomitees repräsentieren die katholischen Laien nicht

Wir möchten ausdrücklich darauf verweisen, dass Katholikenräte eine rein deutsche Einrichtung sind. Deshalb erklärte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer: „Für die in dieser Form nur in der Bundesrepublik existenten Laienräte sei das allgemeine Kirchengesetzbuch nicht relevant“ (DA 12.12.06). Aber auch in Deutschland wissen die meisten katholischen Laien nichts von der Existenz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) oder des Landeskomitees der Katholiken in Bayern (oft nicht einmal die Pfarrgemeinderäte!), geschweige denn wie ihre Mitglieder in diese Gremien gelangen und welche Funktion sie haben. Selbst der frühere ZdK-Präsident Prof. Hans Maier räumt ein: „Die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingerichteten Räte bildeten kein „dynamisches Zukunftspotential“ der Kirche. Es gebe keine breite Strömung der Unterstützung(RB 24.09.2000). Unabhängig von dieser Einsicht wird dennoch behauptet, dass als Vertreter der Laien fungiert wird. Daraus resultierend werden entsprechende Machtansprüche an die, wie sie sie geringschätzig nennen, Amtskirche gestellt. Treffend beschreibt dies Thomas M. Adam in einem Leserbrief:

„Dieses Gremium ist weder von den Laien gewählt, noch sind seine Verlautbarungen als repräsentativ zu betrachten. Es tut aber so, und das empfinden viele Katholiken als schlicht anmaßend. Das ZdK führt nun seit vielen Jahren … vor, wie der ewige Spaltpilz funktioniert. Er fängt im Kopf der Beteiligten an: Dort wird u. a. fein säuberlich getrennt zwischen der sog. Amtskirche (das sind die Bösen) und dem sog. Laien-Katholizismus (das sind die Guten), deren Interessen vor der Amtskirche geschützt werden müssen. … Insbesondere glaubt sich das ZdK berufen, den Prozess der Ökumene voranzutreiben und mit Unmut auf die diesbezüglich notwendigen Klarstellungen der „Bremser“ in Rom zu reagieren. Seit vielen Jahren erlaubt sich das Zentralkomitee zum Ärger der meisten Katholiken, die Kirchentage zu einer Plattform von Illoyalität und Protest gegenüber unserer Kirchenführung werden und es nie an reichlich Provokation fehlen zu lassen, … Ein Komitee, welches die innere Spaltung der katholischen Kirche praktiziert, um die äußere Einheit aller christlichen Kirchen anzustreben, verhält sich widersinnig“ (DT 03.05.03).

Dominikaner-Pater Heinrich Basilius Streithofen, der lange zu den führenden Beratern der CDU zählte, konstatiert:

„Ist dieses Zentralkomitee der deutschen Katholiken repräsentativ für den deutschen Katholizismus? Mitnichten. Viele Mitglieder dieses Gremiums sind Verbandsfunktionäre, Gschaftlhuber, wie man sie auch in Parteien und Karnevalsgesellschaften antrifft. Fachtheologen sind sie nicht und für Glaubensinhalte nicht zuständig, auch nicht der Präsident und der Generalsekretär dieser Institution. Die Verantwortung für den Glauben haben Papst und Bischöfe“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 09.07.2000).

Trotzdem reagierte ZdK-Präsident Meyer äußerst respektlos gegenüber Kardinal Meisner und einer katholischen Laiin, die ihre faktischen Beobachtungen in einem Leserbrief darlegte, auf eine Predigt des Kardinals:

„Was wäre denn die Katholische Kirche in Deutschland ohne die tägliche Arbeit und das ständige Zeugnis einer großen Zahl katholischer Christinnen und Christen in den katholischen Verbänden und Institutionen? Sie wäre eine bedeutungslose Sekte, die sich in Wahrheit nur sich selbst genügen würde. Um herauszufinden, was Kardinal Meisner eigentlich sagen will, ist es hilfreich, die ursprüngliche Fassung seiner Predigt zu kennen, in der er unter Verwendung eines dubiosen Leserbriefes voller törichter und verleumderischer Behauptungen massiv das ZdK, die katholischen Verbände und die sich in der Politik engagierenden katholischen Christen angreift und den dort Verantwortlichen geringes Glaubenswissen und darum die Unfähigkeit zu richtigen Gewissensentscheidungen unterstellt. Jeder, der diese Frauen und Männer kennt, weiß, dass sie es mit dem Erzbischof von Köln in ihrem Glaubenswissen, in ihrer Glaubenstreue und in ihrem Glaubenszeugnis getrost aufnehmen können. Dass Kardinal Meisner das nicht weiß, ist ganz wesentlich seine Schuld. Denn hier verweigert er schon seit langem den Dialog“ (Pressemeldungen 25.09.2002).

Welch öffentliche Schmähung von Bischof, Kirche und einer Kölner Laiin, von der Meyer offiziell vorgibt sie zu repräsentieren! Wie recht sie doch mit ihrer Aussage hatte, dass sich die „christlich nennenden Verbände BDKJ, KFD, ZDK, KAB und andere … ihre antikatholische und antirömische „Verkündigung“ …sogar aus dem Kirchensteuertopf honorieren lassen“, dass jedoch „keine öffentliche Zurechtweisung eines Bischofs“ erfolgt (DT 29.08.02). Das ist Realität, deshalb ist es nicht die Schreiberin des als verleumderisch inkriminierten Leserbriefes, sondern ZdK-Präsident Meyer selbst, der verleumdet! Zu Recht danken Initiativkreise katholischer Laien und Priester und das Forum Deutscher Katholiken in Anzeigen (z.B. DT 5.10.02), Kardinal Meisner für seine klaren Worte vor der Deutschen Bischofskonferenz und bitten u. a. „die Bischöfe dringend darauf zu achten, dass kirchliche Mitarbeiter die Lehre der Kirche und die Weisungen Roms nicht herabsetzen, sondern dafür eintreten“ und „Katholischen Verbänden, die sich wiederholt gegen die Kirche stellen zu untersagen, sich katholisch zu nennen.“

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