Stellungnahme zum Artikel von Prälat Wilhelm Schätzler im Regensburger Bistumsblatt vom 14.11.1999Den von Ihnen erwähnten Artikel in der FAZ kenne ich nicht, aber zu ihrem obigen Schreiben möchte ich Stellung nehmen. Sind Sie wirklich der Meinung, wenn jemand vor hat, einen anderen zu töten, man ihm dies ermöglichen soll, nachdem man ihm vorher davon abgeraten hat, damit er sich nicht von der Frohen Botschaft des L e b e n s abwendet? Man kann über soviel Unsinn nur noch staunen. Es ist etwa so, als würde man einem Mörder zwar von dem geplanten Mord abraten, ihm aber die Munition dazu liefern. Das Evangelium ist sicher kein Freibrief dafür, daß man tun und lassen kann was man will, ohne für die Folgen einzustehen. Daß ein kausaler Zusammenhang nach der derzeitigen Gesetzeslage zwischen dem Beratungsschein und den Abtreibungen besteht, kann kein logisch denkender Mensch bestreiten. Er besteht auch dann, wenn nicht immer davon Gebrauch gemacht wird, denn ohne diesen Schein könnte nicht straffrei abgetrieben, getötet werden. Dies ist nach Schätzungen auch in rund ¾ aller Fälle (von rund 20 100 Beratungen wurden rund 5 000 Kinder ausgetragen) bei kath. Beratungsstellen der Fall. Nach einer SkF-Studie wären 74 % der Frauen ohne die Möglichkeit, den Schein zu erhalten, nicht zu einer Beratung gekommen. Das heißt, daß die verbleibenden 25 – 26 % diejenigen sind, die wirklich gekommen sind um sich ernsthaft beraten zu lassen und Hilfe anzunehmen, diejenigen, die ihr Kind behalten wollten, diejenigen, auf die sich die Bischöfe berufen um im staatlich Beratungssystem zu bleiben, diejenigen die auch ohne die Möglichkeit den Schein zu erhalten gekommen wären. Die anderen rund 75 % ungeborenen wehrlosen Kinder konnten auch die kath. Beratungsstellen nicht retten, ihre Mütter nicht umstimmen, aber sie ermöglichten ihnen das Töten ihrer unschuldigen Kinder, auch wenn sie dies nicht wollten. Es ist sehr realistisch anzunehmen, daß es sich bei den ca. 25 % der Frauen die ihr Kind ausgetragen haben und den ca. 26 %, die auch wenn sie den Schein nicht erhalten, katholische Beratungsstellen aufsuchen, um das gleiche Klientel handelt. Der Vergleich mit der Aufstellung der Listen der zu tötenden Menschen (Euthanasie) von Ärzten in der Nazizeit ist durchaus berechtigt, denn in dem Moment, in dem der Beratungsschein ausgestellt wird, wird das ungeborene Kind, namenlos für eine bestimmte Frist zum töten freigegeben, unabhängig davon ob die Schwangere davon Gebrauch macht oder nicht. Ist es nicht vorgeburtliche Euthanasie, wenn Kinder mit Behinderungen, ob geistig oder körperlich, bis unmittelbar vor der Geburt getötet werden? Gerade aus der Nazizeit müßten wir lernen, daß man den Anfängen wehren muß! Der Vergleich hinkt nur dadurch, daß die Ärzte damals auf staatliche Anordnung an Unrecht mitgewirkt haben (vielleicht ohne es zu wollen), die Kirche, die u.a. den Schein ausstellt, und die Ärzte, die die Abtreibung vornehmen, tun dies heute völlig freiwillig; der Staat ordnet nicht an, hat aber unter einer, von zwei sogenannten christlichen Parteien geführten Regierung die Voraussetzung für dieses Unrecht geschaffen. Es ist also noch schlimmer, da dies in einem Staat, der sich Rechtsstaat nennt, geschieht! In diesem Zusammenhang möchte ich darauf verweisen, daß von dem Unrechts-Staat " DDR" nichts übernommen wurde, außer durch den Willen von einem atheistisch geprägten Volk das Recht? ungeborene Kinder zu töten! Wozu bedürfen die kath. Beratungsstellen des Beratungsscheins (siehe oben, ihre eigenen Schätzungen und Studien sagen im Umkehrschluß das Gegenteil aus), wenn es ihnen "gelungen ist, den vielen schwangeren Frauen, die erwogen haben, ihr Kind im Mutterleib zu töten, einen helfenden Weg aufzuzeigen ihr ungeborenes Kind anzunehmen"? Diesen helfenden Weg sollen sie öffentlich aufzeigen, damit die Mutter erst gar nicht erwägt ihr Kind zu töten! Dies könnte z. B. an Hand von verschiedenen Fallbeispielen geschehen, die durch die Presse und andere Medien bekannt gemacht werden, so daß schwangere Frauen wissen, an wen sie sich in schwierigen Situationen wenden, von wem sie Hilfe und gute Beratung erwarten können. Wer nicht mit Blindheit geschlagen ist, wer bereit ist der Realität ins Auge zu sehen, kann leicht erkennen, daß kirchliche Beratungsstellen sehr gut ohne den zum Töten unschuldiger Kinder berechtigenden Schein auskommen, also nicht mitschuldig werden müssen an diesem schweren Unrecht, um die Frauen zu erreichen "bei denen eine Abtreibung vielleicht noch abgewendet werden kann". Dies bestätigt auch eine Aussage der Landesvorsitzenden des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), Frau Richardi in einem Interview mit dem Regensburger Bistumsblatt: "Viele Frauen kommen nach wie vor zu uns. Die Debatten der letzten Jahre hatten sogar eine gewisse Werbewirksamkeit für unsere Einrichtungen." Das zeigt doch, daß Frauen in Not, in einer echten Konfliktlage sich gerne helfen lassen ihr Kind zu behalten, sie wissen oft nur nicht um die Hilfsangebote der Kirche. Hier kann sich die Kirche profilieren, hier kann sie zeigen daß es ihr ernst ist, daß sie anders handelt als die "Kinder dieser Welt", hier kann sie Glaubwürdigkeit zurück gewinnen. Gott gebe, daß die Verantwortlichen dies endlich erkennen und die Chance nutzen, damit sie nicht weiterhin den Eindruck erwecken, daß sie nur aus Gehorsam gegenüber dem Papst eigentlich das Falsche tun. Der Ausstieg aus dem staatlichen Beratungssystem ist das einzig Richtige! Wo wäre den die Kirche heute, hätte man sich in früheren Zeiten ebenso den Wünschen z.B. von Königen, die die Scheidung wollten, angepaßt und nachgegeben? In solchen Situationen sind die Verantwortlichen lieber in den Kerker gegangen, haben das Martyrium erlitten, haben bis zum Schluß, bis in den Tod stand gehalten, bevor sie entgegen der Lehre der Kirche gehandelt hätten. Es sind diejenigen die bis heute in der Kirche besonders verehrt werden, die sich besondere Verdienste erworben haben. Wie erbärmlich schwach verhalten sich dagegen die Verantwortlichen heute, obwohl ihnen weder Kerker, Martyrium, Tod oder sonstige Repressionen drohen, passen sie sich in unverantwortbarer Weise dieser maroden Gesellschaft an. Anstatt sich darum zu bemühen, daß alle ungeborenen Kinder gerettet werden, berufen sie sich auf ca. 5 000 ausgetragene Kinder und geben die anderen ca. 15 000 dem Tod preis; statt beim Parlament einzufordern, daß es den vom Verfassungsgericht aufgegebenen Auftrag das Gesetz zu überprüfen, durchführt. Niemand wird das in die Hand nehmen, veranlassen, wenn es nicht die Kirche tut. Es könnte die Stunde der Kirche sein, wenn sie entsprechend der Weisung des Papstes mutig und beherzt einen Neubeginn setzt, sich ihrem Selbstverständnis entsprechend für alle Schwachen, für die Schwächsten einsetzt, eine neue notwendige Diskussion in der Gesellschaft anregt und sich in dieser Sache selbstbewußt um einen Gesinnungswandel der Gesellschaft bemüht. Was soll denn das scheinheilige lamentieren von Bayerns Sozialministerin Stamm, sind denn nicht auch staatliche, alle Beratungsstellen dazu angewiesen die Frauen dahingehend zu beraten, zu ermutigen ihr Kind anzunehmen, ihnen entsprechende Wege aufzuzeigen und zu helfen? Werden alle Kinder der Schwangeren, die diese Stellen aufsuchen getötet, wird da nichts für den Lebensschutz getan? Wenn nicht, ist das Ganze eine Farce, überflüssig! Gerade Bayern wird seit Jahrzehnten allein von einer Partei die sich christlich nennt (sich mit diesem " C" schmückt und oft mit Füßen tritt) regiert. Wenn es Sozialministerin Stamm wirklich am Herzen liegt daß "all die Arbeit für den Lebensschutz" fortgeführt wird, soll sie die staatl. Stellen dazu anweisen. Es ist eine Schande wenn dies bisher nicht der Fall war, dann hat sie versagt, hat die Politik versagt. Sie soll sich nicht ständig in innerkirchliche Angelegenheiten mischen, sondern in ihrem eigenen Haus für Ordnung sorgen, dafür sorgen, daß der Staat nach seinen von ihm selbst erlassenen Gesetzen handelt, und das muß nach der Verfassung Lebensschutz sein und nach einem Auftrag des Verfassungsgerichts eine Überprüfung des Tötungs-Ermöglichungs-Gesetzes. Es ist doch eine Schande, daß einer der reichsten Staaten der Welt es zuläßt ungeborene Kinder zu töten, anstatt den Frauen in Not ausreichend zu helfen. Ständig wird zu Recht beklagt, daß viele Frauen unter dem Druck ihrer herzlosen Angehörigen, der Väter, abtreiben. Warum hat man nicht schon längst Abhilfe geschaffen, indem man die Männer in die Pflicht nimmt? Warum müssen sie nicht zur Beratung, sie sind doch die Väter? Der Druck auf die Frauen wäre sicher erheblich geringer, würde vielleicht ganz ausbleiben, wenn die Männer mehr in die Verantwortung genommen würden. Umgekehrt könnte manches Kind einer herzlosen Mutter nicht gegen den Willen des Vaters getötet werden, was ja auch geschieht. Man hätte für die unschuldigen, wehrlosen Kinder in Not, ja in Todesgefahr schon jetzt mehr tun können, tun müssen, statt aus Bequemlichkeit alles so zu lassen wie es ist. Da fehlt es an dem guten Willen möglichst alle Kinder zu retten! Es wäre erste Aufgabe der Kirche und des ZdKs dies öffentlich aufzuzeigen und nicht sich "einer gebrochenen Welt" anzupassen und sich selbst unter dem Deckmäntelchen einer fragwürdigen Humanität an Unrecht zu beteiligen. Wer sich gegen Abtreibung ausspricht, aber sie selbst ermöglicht, dessen Worte klingen doch hohl und leer, sind völlig kraftlos! Ist es nicht sonderbar, daß heute Menschen die Unrecht beim Namen nennen, beschimpft, verleumdet, angegriffen werden und sich verteidigen müssen? Die aber, die Unrecht tun, finden Verständnis, werden geschützt, verteidigt, entschuldigt. Selbst die Kirche macht da mit, tritt nicht mehr mit der notwendigen Entschiedenheit für Moral und die Einhaltung von Gottes Geboten ein. Wie bei Diskussionen zu hören ist, muß sie sich an diesem Unrecht beteiligen, damit sie sich die Hände nicht in Unschuld waschen kann. Ist es heute so, daß es eine Schande ist, sich an Schuld nicht zu beteiligen? Daß einem daraus ein Vorwurf gemacht wird? Muß die Kirche sich schuldig machen um die, die Unrecht tun, zu entschuldigen? Das kann doch nicht die Aufgabe der Kirche sein! Sie muß vor Sünde und Schuld warnen, klar und eindeutig für Gottes Gebote eintreten, Unrecht beim Namen nennen, es verhindern, den Menschen die Konsequenzen der Sünde klar machen. Sie darf Schuld nicht verharmlosen und, wie sie es tut verschweigen, daß Abtreibung die Exkommunikation zur Folge hat. Die betroffenen Menschen wissen das nicht, sie haben durch das unverantwortbare Verhalten der Kirche in Deutschland, das ständige Eintreten der Verantwortlichen für das Ausstellen, des zum Töten ungeborener Kinder berechtigenden Scheins, den Eindruck Abtreibung sei ein Kavaliersdelikt. Das Unrechtsbewußtsein der Menschen wurde eingeschläfert, statt geschärft, wie es Aufgabe der Kirche wäre. Man kann nur hoffen, daß sich die Kirche von dem vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gegründeten Verein "donum vitae" distanziert, um bei den abtreibungswilligen Frauen nicht weiterhin den fatalen Eindruck zu erwecken, daß ihnen mit dem von der Kirche oder kirchennahen Organisationen ausgestellten Beratunggsschein neben der gesetzl. Erlaubnis zum Töten ihrer Kinder, gleichzeitig die kirchliche erteilt wird, (niemand sagt ihnen, daß eine Abtreibung nach dem Kirchenrecht eine Exkommunikation zur Folge hat). Leider sieht es nach Äußerungen mancher Bischöfe nicht danach aus. Worum geht es da eigentlich? Geht es um Macht? Will man die Gehorsamspflicht gegenüber der Weisung des Papstes umgehen oder ist es die Unfähigkeit zuzugeben, daß man bisher falsch gehandelt hat, den falschen, nicht dem Lehramt der Kirche entsprechenden Weg beschritten hat? Werden die deutschen Bischöfe den Willen, den Mut und die Kraft haben diesem bösen Spiel ein würdiges Ende zu bereiten! Oder werden sie, nachdem der Griff in die Trickkiste entlarvt wurde, erfolglos blieb, zusammen mit dem ZdK mit erneutem tricksen versuchen die Weisung des Kirchenoberhauptes zu umgehen, und den der Lehre der Kirche widersprechenden Weg weiter verfolgen. Die Kirche, die Bischöfe, werden doch nicht einen vom "Bösen Geist" getragenen Verein, der ausschließlich zu dem Zweck, Tötungs-Berechtigungsscheine, und nichts anderes sind nach der derzeitigen Gesetzeslage die Beratungsscheine, ausstellen zu können, in anmaßender Weise im Namen der katholischen Laien, unterstützen. Dies werden sie doch weder ideell noch finanziell tun, sondern bei Bedarf selbst eine Stiftung gründen und finanziell gut ausstatten, die d i e Frauen unterstützt, die ihr Kind behalten, die zu Recht den Namen "Geschenk des Lebens" tragen könnte. Eine Einrichtung, die Beratungsscheine = Abtreibungs-Berechtigungsscheine ausstellt, die in mindestens ¾, also rund 75% aller Fälle zum T ö t e n wehrloser ungeborener Kinder benutzt werden, verdient diesen Namen nicht! Noch klebt kein Blut an den Fingern dieses Vereins. Doch das Blut der unschuldigen Kinder wird die Verantwortlichen anklagen: "Angeblich um uns zu retten, wurde ein Verein gegründet der uns im Namen der Kirche, in Deinem Namen Herr, zum Töten freigab, bevor wir auch nur einen Atemzug machen konnten wurden wir getötet, ein Verein der gegen Deine Ehre, gegen Deinen Willen allmächtiger Gott, wissentlich und willentlich verstößt!" Bei diesen Konsequenzen sind die Bemerkungen des Fuldaer Erzbischofs Johannes Dyba gar nicht so falsch, so abwegig, daß es gerechtfertigt wäre, ihn so ins Abseits zu stellen. Jedenfalls ist er der Wahrheit sehr viel näher als seine Gegner. Da der Verein "donum vitae", verlogen und scheinheilig "Geschenk des Lebens" genannt, nur gegründet wurde um den Tötungs-Berechtigungsschein ausstellen zu können - dies sagt ja deutlich aus "wes Geistes Kind" er ist -, hat er mit seinen Bemerkungen sogar vollkommen recht. Es ist logisch, daß diejenigen, die nur am Schein interessiert sind im Bistum Fulda die katholischen Beratungsstellen nicht aufsuchen, sie wissen ja, daß sie ihn nicht erhalten. Mit diesem Vorwurf kann Erzbischof Dyba sicher gut leben, er weiß ja , in seinem Bistum trägt die Kirche keine Mitschuld an Abtreibungen, da er konsequent gehandelt und sich nicht gescheut hat, die Dinge beim Namen zu nennen, sich trotz aller Anfeindungen nicht mundtot machen ließ. Er hat den Anfängen gewehrt! Daß zu seinen Beratungsstellen vor allem die Schwangeren kommen, die guten Rat und Hilfe suchen, ehrt ihn. Ihm gebührt Dank, da er als Einzelkämpfer in Deutschland dafür gesorgt hat, daß in dieser Angelegenheit die Gewissen der Menschen nicht vollkommen eingeschläfert sondern gelegentlich auch geschärft wurden und daß Rom nicht nur einseitig über die Lage hier informiert wurde. Dies ist sein Verdienst! In Märtyrermiene jammert Bischof Müller von Regensburg "Ich bekomme Briefe, wo ich als Freimaurer und Verbrecher beschimpft werde." Er meint: "Die Frage ist, ob der Papst in diesen diffizilen Themen wirklich den Durchblick für die spezielle Situation in Deutschland hat." Er sorgt sich auch darum, daß "als Konsequenz des Ausstiegs aus der Beratung die gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche auf Dauer erschüttert würde. Dies könne inZukunft auch den Religionsunterricht an den Schulen, die Militärseelsorge und Fragen der Kirchensteuer betreffen." Vielleicht hat der Papst den Durchblick für die spezielle Situation in Deutschland nicht, was ich bezweifle, aber absolut sicher ist, daß die Kirche unter seinem Pontifikat nicht käuflich ist! In unerhörter Weise übt der Trierer Bischof Spital öffentlich Kritik am Papst und lamentiert, daß "die Bischöfe bei den Ad-limina-Besuchen jeweils nur 15 Minuten Zeit bekamen, um ihre Auffassung zur Konfliktberatung vorzutragen". Immerhin räumten sie ein, daß er ihnen "sehr intensiv" zugehört hat. Es waren neben dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Karl Lehmann, der sich erstaunt über die "Aufgeschlossenheit und Geistesgegenwart des Kirchenoberhauptes" äußerte, 12 Bischöfe die in dieser Sache für den Verbleib im staatl. Beratungssystem eintraten, sie hatten also, jeder ¼ Stunde, insgesamt mind. 3 Stunden Zeit dem Papst ihre Bedenken vorzutragen. Welches Arbeitspensum will den der Trierer Bischof dem Papst noch zumuten, schließlich waren diese 12 – 13 nicht die einzigen die mit dem Papst reden wollten? Alle deutschen Bischöfe waren zu den Ad-limina-Besuchen geladen. Hat er mit dem Papst, der gerade von einer anstrengenden Reise nach Indien und Georgien, gesundheitlich geschwächt zurück kam, gar kein Erbarmen, beschränkt sich sein Erbarmen auf abtreibungswillige Frauen? Wie steht es den mit seiner Dialog-Bereitschaft und der seiner Bischofskollegen, wenn ihnen Menschen ihre Bedenken wegen i h r e r Haltung in dieser Sache mitteilen? Wieviel Zeit stellen sie zur Verfügung? Wieviele Menschen haben sie empfangen und angehört? Haben sie die von ihnen dargelegten Bedenken und Überlegungen wie der Papst im Gebet erwogen, oder gleich in den Papierkorb geschmissen? Haben sie das Ganze überhaupt jemals im G e b e t erwogen, oder auf ihre eigene Weisheit gesetzt? Ich schrieb vier deutschen Bischöfen vor der europäischen Bischofssynode, vor den Ad-limina-Besuchen, nur von einem bekam ich eine kurze Antwort, von einem bekam ich eine Antwort, die keine war (vorgefertigter Brief, der so anfing: Sie haben mir entweder im Zusammenhang der Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.....oder auch im Blick auf die Beratungen und Entscheidungen zur Schwangerschaftskonfliktberatung. ....) und zwei fanden es gar nicht der Mühe wert zu antworten, obwohl ich in meinen Briefen Gesichtspunkte anschnitt, die bisher in der öffentlichen Debatte nicht zur Sprache kamen. Ich will mich nicht beklagen, ich weiß ja , daß sie viele Briefe bekommen und verstehe, daß sie nicht auf jeden einzelnen ausführlich eingehen können, erwarte aber, daß sie für den Papst auch ein bißchen Verständnis aufbringen und sich nicht dauernd über dessen angeblich mangelnde Dialog-Bereitschaft öffentlich beklagen. Zu ihm kommen schließlich nicht nur die Menschen eines Bistums, sondern aus der ganzen Welt mit ihren Sorgen, Nöten und Schwierigkeiten. Bischof Spital und andere sollen sich gut überlegen, ob sie sich der Weisung des Papstes widersetzen, sonst könnten sich die "Geister die sie rufen" gegen sie selbst wenden, wenn sie den Geistlichen in ihren Bistümern als schlechtes Vorbild zum Ungehorsam dienen. Dies sind nur wenige Beispiele, in ähnlich erbärmlicher Art diffamierten auch andere Bischöfe und Verantwortliche der Kirche unseren Papst, der Beifall der Gesellschaft, der Menge ist ihnen da auch sicher. Es ist eine Schande, daß sie anstatt den Papst zu unterstützen die Moral zu festigen und Gottes Gesetze einzuhalten, ihn angreifen und sich schützend vor die stellen die Unrecht begehen, ihnen dabei helfen. Hätten sie nur halb soviel Kraft, Zeit und Energie dafür verwendet sich für a l l e Ungeborenen einzusetzen, den vom Verfassungsgericht vorgegebenen Auftrag das Tötungs-Ermöglichungs-Gesetz zu überprüfen einzufordern, wie für den Versuch den Papst auszutricksen, könnten sie zumindest sagen: "wir haben alles uns mögliche getan." Klar ist warum die Politik am Verbleib der Kirche in der staatlichen Beratung interessiert ist, sie dient ihr als Deckmäntelchen, läßt sich dazu benutzen. Dies erklärt auch das sonderbare Verhalten von Bayerns Sozialministerin Stamm und der Politiker, die die Bischöfe öffentlich zum Ungehorsam aufrufen. Wissen die Verantwortlichen, daß die Behauptung kirchliche Beratungsstellen würden mehr Kinder retten, eine einzige Lüge ist? Entweder haben sie sich nicht, oder die Öffentlichkeit bewußt falsch informiert! Nachdem ich mit mehreren Beraterinnen, sowohl von kirchlichen als auch von staatl. Stellen sprach, kann ich Sie über die offiziellen Abtreibungszahlen in Bayern informieren. 1998 fanden bei 22 000 Beratungen 15 838 Abtreibungen statt, folglich gab es 6 162 Geburten, also 28 %. Wenn man die Angaben der Caritas von 1997 zu Grunde legt, liegt die Erfolgsquote kath. Beratungsstellen bei rund 25 %, also um 3 % unter dem Durchschnitt. In unerhörter Weise werden die BeraterInnen der anderen Träger diffamiert, die mir versicherten, daß die Struktur des Gesprächs in der Konflikt-Beratung gesetzlich vorgegeben, weitgehend identisch ist, daß kein Druck auf die Schwangeren ausgeübt werden darf. Kath. Beratungsstellen arbeiten also - entgegen der von Bischöfen, ZdK und Politik aufgestellten Behauptung - weniger erfolgreich. Vermutlich um ja nicht den Anschein zu erwecken, Druck auszuüben, wirken sie offenbar weniger intensiv auf die Schwangeren ein, ihr Kind anzunehmen. Sie sind zu befangen! Wenn ich all dies in Betracht ziehe, kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, daß es sich hier um ein abgekartetes, intrigantes Zusammenspiel zwischen den Verantwortlichen von Kirche und Politik in Deutschland gegen den Papst handelt. Hier geht es n i c h t darum Menschenleben zu retten, auch der jüngste Vorschlag von Bischof Lehmann, die abtreibungswilligen Schwangeren sollen statt der Beratungsbestätigung eine eidesstattliche Erklärung abgeben, deutet darauf hin, sondern einzig und allein um Macht! Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wurde der Papst unter Druck gesetzt, die Stimmung gegen ihn durch Manipulation und Anschuldigungen angeheizt, er und die Öffentlichkeit belogen. Wie bösartig, wie widerlich, wie unwürdig! Es ist an der Zeit u m z u k e h r e n ! Bewußt formulierte ich deutlich und hart, geschönt wurde in dieser Sache schon genug! Vielleicht besteht ja noch eine Chance, daß Bischöfe und Laien (ZdK) mit viel guten Willen einen würdigen Neubeginn zum Wohle der Frauen u n d ihrer ungeborenen Kinder, zur Einheit der Kirche in Deutschland schaffen. Das wünsche ich von ganzem Herzen, was könnte man sich für das "Heilige Jahr 2 000" besseres wünschen! Wenn nicht, dann helfe mir Gott dabei, daß dies alles ans Licht kommt, daß die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt! Keiner der Verantwortlichen, zu ihnen zählen alle an einem Schwangerschaftsabbruch beteiligten der Bevölkerung, Kirche und Politik, soll sagen können, er hätte nicht gewußt was er tut! Auch und besonders diejenigen nicht die aus angeblichen Gewissenskonflikten, die zum Töten unschuldiger Kinder berechtigenden Beratungsscheine weiterhin ausstellen wollen. Eine Gesellschaft, die sich am untersten geistigen Niveau in ihr orientiert, von ihm bestimmen läßt, muß dem Untergang verfallen sein. Eine "Mein Bauch gehört mir" – Mentalität ist geistig auf einem Niveau das an der Gürtellinie endet, ob es nun darum geht aus egoistischen und Bequemlichkeitsgründen abzutreiben oder ausschließlich am eigenen Wohlstand interessiert zu sein, unabhängig davon wie es anderen Menschen in der Welt geht. Dies ist eine "Nach und neben mir die Sintflut – Mentalität". Mag sein, daß Menschen die so argumentieren und so handeln intelligent? sind, über Geist, zumindest einen guten, verfügen sie jedenfalls nicht. Geistliche sollen nicht unser Gewissen einschläfern sondern schärfen, leider stumpft es ohnehin von selbst wieder ab. Wenn Bischof Lehmann keinen Ausweg sieht, dann soll er sich auf den besinnen, der von sich sagt, Joh 14,6: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; ..." unseren Herrn Jesus Christus. Dann wird er zwar keinen Ausweg erkennen aber d e n Weg, den einzigen, den notwendigen, den, den er zu beschreiten hat, den er beschreiten muß wenn er uns nicht in den Abgrund führen will. Wenn Politiker sich fast ausschließlich darum bemühen, daß wir u n s zwar materiell und technisch auf obersten Niveau bewegen, uns aber geistig immer mehr in Egoismus und Konsumorientierung führen, kann man sagen: "Blinde werden von Blinden geführt"! Keiner kümmert sich darum wie es den Menschen geistig geht. Deshalb appelliere ich an jeden einzelnen in dieser Gesellschaft, ja auf der ganzen Welt sich zu fragen ob wir weiterhin so geistlos leben wollen. Wenn nicht, so muß jeder bei sich selbst anfangen, sich selbst nicht nur darum kümmern, daß es ihm körperlich gut geht, sondern auch um sein geistiges, sein seelisches Leben, um sein ewiges Leben, das heißt er darf nicht bei Egoismus und Konsumverhaftung stehen bleiben. Wir sollen, wir können uns geistig erheben, über uns selbst hinaus wachsen, geistig leben. Gott gebe, daß wir es schaffen! Gerade der Verlauf dieser Debatte hat gezeigt, wie wichtig das Petrusamt ist, daß einer darüber wacht, daß die Lehre unseres Herrn Jesus Christus nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt, nicht verwässert und aufgeweicht wird, daß einer für Klarheit und Einheit sorgt, sich um das geistige, seelische Leben, um das ewige Leben der Menschen kümmert, um Menschenwürde. Wir können uns glücklich schätzen, daß wir einen so guten Papst haben, einen besseren könnten wir uns gar nicht wünschen. Er ist ein Heiliger, davon bin ich überzeugt! Unserem Kirchenoberhaupt, Papst Johannes Paulus, hier auf Erden Stellvertreter unseres Herrn Jesus Christus, ist zu danken für seine feste, unbeirrbare Haltung, die sicher Gottes heiligem Willen entspricht, mit der er als guter Hirte Schaden von der Kirche abwendet. |
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Last update: 06. Februar 2001 14:14